Margit Szápáry ( Szapary ) - die Gräfin vom Lungau - Wege in die Zukunft - Ausstellung in Ramingstein im Lungau - Szapary

Leben

Wirken

Unterstützung des Ständestaates/Austrofaschismus und Ablehnung des Nationalsozialismus

Neben ihrer eigenen politischen Tätigkeit in der Lebensmittel- und Invalidenfrage sowie in der Frauenbildung war Margit Szápáry mit politischen Größen des Ständestaates/Austrofaschismus persönlich bekannt bzw. befreundet (z.B. mit Bundeskanzler Schuschnigg und Landeshauptmann Rehrl). Sie war der politischen Überzeugung, dass die Herrschaftsform des Ständestaates/Austrofaschismus dazu geeignet sei, den in Deutschland aufkommenden Nationalsozialismus in Österreich abzuwehren.
Trotz ihres Engagements im christlichsozialen Lager (auch im Ständestaat) fällt in den Schriften von Margit Szápáry mitunter auf, dass sie sehr um eine möglichst ausgewogene Darstellung bemüht war. So kritisierte sie beispielsweise, dass das christlichsoziale Lager die Sozialdemokratie in der Regel abwertend bzw. als Gefährdung betrachteten. „Aber warum nicht anerkennen, was sie da Großes und Vorbildliches geleistet haben?“, schreibt sie über den Beitrag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der 1. Republik.
In mehreren Schriftstücken – unter anderem in einem Leserbrief im englischen Magazin The Spectator – kritisierte und verurteilte Margit Szápáry den Nationalsozialismus scharf. Sie korrespondierte dabei unter anderem auch mit dem britischen Nobelpreisträger Sir Norman Angell über das nationalsozialistische Machtstreben. Aus den Schriftstücken geht hervor, dass Margit Szápáry eine sehr genaue Beobachterin der politischen und militärischen Entwicklungen war. Wiederholt hat sie vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges erörtert, wie dieses Machtstreben Deutschlands in die Tat umgesetzt werden könnte: Politische Kontrolle über Mitteleuropa (unter anderem über Österreich), militärisches Vorgehen gegen Frankreich, anschließend Krieg gegen Russland. In groben Zügen sagte sie somit den Kriegsverlauf im 2. Weltkrieg voraus...

Texte: Christian Blinzer

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