Margit Szápáry ( Szapary ) - die Gräfin vom Lungau - Wege in die Zukunft - Ausstellung in Ramingstein im Lungau - Szapary

Leben

Wirken

Lebensmittelversorgung und Flüchtlingsverwaltung

Schon bald nach Ausbruch des 1. Weltkriegs wurde klar, dass es Engpässe in der Lebensmittelversorgung geben würde. Auch die Ernte konnte nicht wie geplant eingebracht werden, da viele Männer an der Front waren. Die Angst vor Versorgungsproblemen wurde für die Bevölkerung bald bittere Wirklichkeit. Die Qualität der angebotenen Lebensmittel verschlechterte sich zusehends. Nahrungsmittel wie Mehl, Fett, Fleisch, Zucker oder Kaffee-Ersatz waren zudem nur durch Lebensmittelkarten erhältlich. Aber auch diese eingeschränkte Versorgung funktionierte im Lungau zum Teil nicht problemlos und brach zeitweise völlig zusammen.
In einem Vortrag mit dem Titel „So sollen wir leben in der Kriegszeit“ rief Margit Szápáry die Bevölkerung trotz der Missstände zu Vertrauen in die Regierung auf. Sie schlug vor, vermehrt mit Maismehl zu kochen (das häufiger vorhanden war als z.B. Weizenmehl) und den Gemüseanteil der Mahlzeiten zu erhöhen. Der Vortrag wurde in gedruckter Form im Lungau verteilt. Auch Rezeptsammlungen wurden verteilt, in denen die Zubereitung von abwechslungsreicher Kost mit den zur Verfügung stehenden Lebensmitteln beschrieben war. Margit Szápáry organisierte auch 10 Kochkurse, für die sie alles Nötige ankaufte und bereitstellte.
Margit Szápáry startete Privatinitiativen und organisierte Lebensmittel, die in den Lungauer Gemeinden an die Bevölkerung verteilt wurden.
Ab 1916 leitete Margit Szápáry im Auftrag der Salzburger Landesregierung die sogenannte „Gemüsebauaktion“. Das Ziel dieser Aktion war es, den Gemüse- und Getreideanbau zu heben und so die Versorgungsnot zu lindern. So konnten 1917 etwa 130 Tonnen Gemüse und 4,6 Tonnen Getreide geerntet und verteilt werden. Margit Szápáry war die verantwortliche ‚Managerin’ der Landesregierung im Lungau. Sie engagierte auf eigene Kosten einen Obergärtner aus Südtirol als Betriebsleiter, um den Ertrag zu steigern. Da die finanziellen Möglichkeiten der Landesregierung bald erschöpft waren, gewährt sie dem Land zudem einen Kredit in der Höhe von € 30.000.
Für die Arbeiten in der Gemüsebauaktion wurden neben lokalen Tagelöhnern/-innen vor allem Kriegsflüchtlinge aus Wolhynien herangezogen. Später wurden diese Flüchtlinge durch italienische und russische Kriegsgefangene abgelöst. Margit Szápáry war im Lungau auch für die Flüchtlingsverwaltung zuständig und gab dafür etwa € 10.000 aus.

Texte: Christian Blinzer

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