Margit Szápáry ( Szapary ) - die Gräfin vom Lungau - Wege in die Zukunft - Ausstellung in Ramingstein im Lungau - Szapary

Leben

Wirken

Fürsorge: Soldaten, Witwen, Waisen, Invalide

Soldaten, Witwen, Waisen

Die österreichisch-ungarische Armee war für die Anforderungen des 1. Weltkrieges nicht gut ausgestattet, vor allem die Ausrüstung für den Winter war teilweise ungenügend. Margit Szápáry organisierte und verwaltete die sogenannte ‚Liebesgaben’-Aktion im Lungau (1915-1917). Im Rahmen dieser Aktion kauften, spendeten, sammelten oder fertigten Mädchen und Frauen für Soldaten. Diese Kriegshilfe umfasste vor allem Kleidung, Tabakwaren, Nahrungsmittel sowie Geldspenden. Margit Szápáry spendete auch Wolle, aus denen in den Volksschulen Ramingstein, Tamsweg, Unternberg, Mariapfarr, Lessach und Göriach Kleidung für die Soldaten gestrickt wurde. Die ‚Liebesgaben’ wurden an Salzburger Regimenter abgeliefert.
Neben der Versorgung der Soldaten sah sich Margit Gräfin Szápáry auch veranlasst, für die Bedürftigen im Lungau zu sorgen, wobei ihr die Situation der Witwen und Waisen besonders wichtig war. Sie stiftete dazu gemeinsam mit Marianne Baronin Buddenbrock den „Nagelsamson“, der gegen eine Spende von Lungauern/-innen und Gästen benagelt werden konnte. So konnten etwa € 19.000 gesammelt werden, die an Witwen und Waisen im Lungau ausbezahlt wurden.

Invalide

Ein zentraler Bereich im Wirken von Margit Szápáry war ihr Engagement in der Kriegsinvalidenfürsorge im 1. Weltkrieg. Sie war Vorsitzende der Invalidenfürsorgestelle im Bezirk (1919 waren im Bezirk etwa 300 Invalide gemeldet) und wurde auch in die Landesfürsorge-Kommission berufen. Auf Bezirksebene war Margit Szápáry für die Erfassung, Verwaltung, Beratung und Vermittlung der Kriegsinvaliden verantwortlich. Auf Landesebene war sie unter anderem als Fachfrau für berufliche Schulungsmöglichkeiten für Invalide anerkannt.
Margit Szápáry verfolgte auch den Plan, Kriegsinvalide auf sogenannten „Kriegerheimstätten“ im Lungau anzusiedeln. Invalide hatten in der Regel keine Existenzbasis, waren meist ohne Arbeitsmöglichkeit und mussten oft von Familie oder Verwandten versorgt werden. Die Kriegerheimstätten-Idee hatte zum Ziel, den Invaliden und deren Familien kleine landwirtschaftliche Güter zur Verfügung zu stellen. Diese Güter sollten es den Invaliden und deren Familien ermöglichen, unabhängig und selbständig eine Lebensgrundlage zu erwirtschaften.
Da Margit Szápáry als Expertin in diesem Bereich galt, wurde sie vom landesweiten Verein „Kriegerheime“ gebeten, zur konkreten Planung der Aktion beizutragen. Sie selbst leitete die Lungauer Zweigstelle des Vereins. Im Einverständnis mit der Salzburger Landesregierung begann sie mit der Errichtung von Kriegerheimstätten im Lungau „als Vorbild für das übrige Land Salzburg“ (wie es in einem zeitgenössischen Zeitungsartikel hieß). Der Kriegerheimstättenverein war zwar bemüht, Invaliden die benötigte finanzielle und praktische Starthilfe für den Wiedereintritt in das Zivilleben zu geben, stieß dabei aber oftmals an seine finanziellen Grenzen. Darum übernahm Margit Szápáry zum Teil die Finanzierung der Projekte. So wandte sie zwischen 1919 und 1921 aus eigenem Vermögen etwa € 28.000 für die Umsetzung der Kriegerheimstätten-Idee im Lungau auf. Die Kriegerheimstätten-Idee konnte landesweit keinen durchschlagenden Erfolg feiern. Nur im Lungau wurden einige langfristige Projekte umgesetzt, nur im Lungau wurden Invalide eine neue Existenzgrundlage geschaffen – nicht zuletzt wegen des hohen persönlichen Engagements von Margit Szápáry.

Texte: Christian Blinzer

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