Margit Szápáry ( Szapary ) - die Gräfin vom Lungau - Wege in die Zukunft - Ausstellung in Ramingstein im Lungau - Szapary

Leben

Wirken

Beginnendes öffentliches Wirken: Schulbau, Hilfe nach Brand und Plünderung

Der Gemeindeausschuss von Ramingstein beschloss 1909, ein neues Schulhaus zu bauen. Mit dem genehmigten Darlehen fand die Gemeinde nicht das Auskommen – und stellte in einem Gemeindeprotokoll nüchtern fest: „Die Mehrkosten zahlt die Frau Gräfin Margit Szápáry.“ Margit Szápáry setzte sich tatsächlich sehr für den Bau des Schulhauses ein und stellte auch einen namhaften Geldbetrag zur Verfügung. Im April 1912 wurde mit den ersten Bauarbeiten begonnen und schon am 27. November 1913 konnte die neue Schule feierlich eröffnet und eingeweiht werden.
Am 30. Juni 1908 zerstörte ein Großbrand das gesamte Oberdorf von Lessach. Höfe und Keuschen, die Kirche, der Pfarrhof, die Schule und das Mesnerhaus brannten ab. Das Feuer hatte die Bewohner/-innen in der Nacht überrascht, sodass die meisten nur ihr nacktes Überleben retten konnten. Insgesamt etwa 200 Menschen wurden obdachlos. Margit Szápáry brachte auf ihre Kosten als Soforthilfe die obdachlosen Kinder bei den Halleiner Schulschwestern in Tamsweg vier Monate lang unter, bis die Häuser in Lessach wieder aufgebaut bzw. instandgesetzt waren.
Im Frühjahr 1918 wurde der Ortskern von St. Andrä durch ein Feuer verwüstet. Mehrere Bauernhäuser und die Schule wurde zerstört, das Dach der Kirche brannte ebenfalls ab. An die ‚Abbrandler’ von St. Andrä zahlte Gräfin Szápáry an finanziellen Soforthilfen etwa € 900 und übernahm unter anderem Arzt- oder Spitalskosten. Für die Renovierung der Schule besorgte sie das Material für das Dach, wodurch dieses kostengünstig wiederhergestellt werden konnte.
Im September 1918 kam es in der Stadt Salzburg zu Ausschreitungen und Plünderungen, bei denen auch Teile des Hotels Österreichischer Hof – wo Margit Szápáry oft zu Gast war – in Mitleidenschaft gezogen wurden: Fenster wurden eingeschlagen, die Küche und Zimmer wurden geplündert. Nach den Plünderungen half Margit Szápáry dem Hotelpersonal beim Ausarbeiten von Schadenersatzansprüchen und übernahm dafür die Kosten für einen Anwalt.

Texte: Christian Blinzer

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